Niklas Zimmermann, Historiker und Journalist bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, warf zunächst einen Blick auf die aktuelle Politik in Tschechien. Dabei beleuchtete er besonders die Kontroversen um die von der Partei AUTO beabsichtige Besetzung zunächst des Außen- und dann des Umweltministerpostens mit Filip Turek, was Staatspräsident Petr Pavel wegen nationalsozialistischer Äußerungen Tureks ablehnte. Weiter nannte der Referent die Haltung der Regierung zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die jüngsten Treffen Babiš’ mit den Ministerpräsidenten Markus Söder (Bayern), Michael Kretschmer (Sachsen) und Bundeskanzler Friedrich Merz dienten, so Zimmermann, vor allem dazu, den tschechischen Ministerpräsidenten „ein wenig von den antieuropäischen Regierungen in Ungarn und der Slowakei wegzuziehen und ihn in einem pro-europäischen Kontext zu halten“.
Im zweiten Vortrag widmete sich Zimmermann einem Teilbereich der Verbandsarbeit der Ackermann-Gemeinde. „Mehr als nur ‚Versuche‘: Die ‚Osthilfe‘ der Ackermann-Gemeinde vor 1989“ lautete das Thema. Er führte interne Daten der Ackermann-Gemeinde an, nannte Namen von Personen aus Kirche und Gesellschaft in der Tschechoslowakei, mit denen Gespräche geführt wurden. Ab den frühen 1970er Jahren gab es verstärkt Einreiseverbote, weshalb die Osthilfe in die Diözesen verlagert wurde. Anhand vieler Quellen zeichnete Zimmermann ein eindrucksvolles Bild des Wirkens der Osthilfe der Ackermann-Gemeinde.
Annelore Münzmay (Klavier) und Beate Däschler (Querflöte) boten am Samstagabend Werke von Johann Sebastian Bach, John Rutter, František Benda, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Hünten, Wilhelm Popp und Antonín Dvořák bis hin zum afro-amerikanischen Spiritual „Swing low sweet chariot“ und dem Pop-Klassiker „Scarborough Fair“ von Simon & Garfunkel. Den Sonntagsgottesdienst zelebrierte Pater Déogratias Maruhukiro und stellte dabei die Aspekte Heilung und Barmherzigkeit in den Mittelpunkt. Die Kollekte kommt der Gründung einer Genossenschaft in Burundi zugute, um Frauen in Schulungen auszubilden und neue Nähmaschinen zu kaufen.
Markus Bauer
