33. Nepomuk-Feier in Ettlingen – Mit dem Heiligen Nepomuk über Brücken gehen
24.06.2026 |
Zahlreiche Besucher nahmen am Abend des 22. Mai 2026 die Einladung der AG Freiburg, der Pfarrei St. Martin und der Kolpingsfamilie Ettlingen zur Nepomuk-Feier in Ettlingen wahr. Im Asam-Saal des Ettlinger Schlosses waren nahezu alle Plätze belegt. Mit großer Aufmerksamkeit werden immer wieder die Deckenfresken von Cosmas Damian Asam betrachtet, die Szenen aus dem Leben des Hl. Nepomuk widerspiegeln. Nach der Begrüßung durch den Geistl. Beirat der AG Pfarrer Peter Bretl, der auch Grüße des Pilsener Bischofs Dr. Tomáš Holub und des Ettlinger Oberbürgermeisters Johannes Arnold überbrachte, feierten wir den Festgottesdienst zu Ehren Hl. Nepomuk.
Hauptzelebrant Pfarrer Thomas Ehret betonte in seiner Predigt vor allem die Bedeutung des Heiligen in unserer heutigen Zeit. Er begegnet uns im Alltag immer wieder und oft gehen wir achtlos an ihm vorbei, wenn wir die eine oder andere Brücke überqueren. Doch wie wirkt ein Mann des 14. Jahrhunderts in unserer heutigen Zeit? Hat er uns noch etwas zu sagen? Darauf können wir mit einem klaren „Ja“ antworten. Der Hl. Johannes konnte schweigen, er ist bewusst mit Mund und Zunge umgegangen. Gerade dieses Schweigen ist in der digitalen Welt aus der Mode gekommen. Die sozialen Medien führen oft zu Vorverurteilungen und Ausgrenzung. Hier kann auch die Brücke zum Motto des Katholikentages 2026 „Hab Mut, steh auf!“ geschlagen werden, ebenso wie zum 2024 selig gesprochenen Priester Dr. Max Josef Metzger (Bruder Paulus), einem Märtyrer des 20. Jahrhunderts, der aus der Freiburger Erzdiözese stammte. Auch er trat für die Wahrheit ein. Nach der Machtübernahme durch das NS-Regime wurde er wegen seiner pazifistischen Überzeugung mehrmals verhaftet und beobachtet, schließlich auch wegen dieser Haltung im Oktober 1943 durch den Volkgerichtshof zum Tode verurteilt. Metzger hat bis zur Vollstreckung des Todesurteils im April 1944 standhaft die Rechte der Kirche gegen die weltlichen Herrscher verteidigt hat. Auch hier gibt es Parallelen zum Hl. Johannes, der seinen Prinzipien treu blieb und das Schweigegelübde auch gegenüber dem Kaiser nicht brach. Dieser bewusste Umgang mit Mund und Zunge steht dadurch bei beiden Personen im Dienst der Wahrheit und der Nächstenliebe. Wenn wir mit dem Hl. Johannes symbolisch über Brücken gehen, dann ist dies auch ein Weg aufeinander zu, um Gräben zu überwinden und eventuell auch weitere, neue Brücken zu bauen.
Nach dem Gottesdienst begab sich die Festgemeinde unter den Klängen der Sybilla-Glocke des Rathausturmes in einer feierlichen Prozession vom Asam-Saal durch die Fußgängerzone zur Nepomuk Statue auf der Albbrücke zur abschließenden Andacht.
Den Abschluss des Festabends bildete das gemütliche Beisammensein zum Gedankenaustausch in den Räumen des Kolpinghauses. Roland Stindl berichtete vom zurückliegenden Besuch in der Diözese Pilsen und der Einladung zur Teilnahme an der Diözesanwallfahrt der Diözese Pilsen, die anlässlich der Eingliederung des Vikariates Nepomuk zu Ehren des Hl. Johannes auch in Nepomuk stattfand.
Nach den Dankesworten von Birgit Nauheimer an alle Gäste und Organisatoren ging die 33. Nepomuk-Feier zu Ende.